Zenith in-depth

Zenith El Primero

Unter dem Namen „El Primero“ stellte Zenith in Le Locle 1969 das erste automatische Chronographen-Kaliber – 3019 PHC – vor. Und gewann damit knapp den Wettlauf um einen automatischen Chronographen, an dem mehrere Uhrenfabriken fieberhaft experimentiert hatten. Im Jahr 1976 wurde die Produktion aber schon wieder eingestellt, weil mittlerweile die Quarz-Technik vorherrschte. Doch zwölf Jahre später kam es zu einer sagenhaften Renaissance, denn die Firma Rolex suchte ein exklusives automatisches Chronographen-Werk für die Neuauflage der „Daytona“. Daß sie es fand, ist unter Anderem Charles Vermot, einem Werkstattleiter von Zenith, zu verdanken, der damals nicht – wie von der Zenith-Firmenleitung aufgetragen – alle Rohwerke, Werkzeuge und Konstruktionszeichnungen vernichtet, sondern schön sortiert aufgehoben hatte. Ein Prinz von Homburg in Le Locle. Und so wurde dieses Werk – in modifizierter Form – von 1988-2000 als Basis für das Rolex-Automatik-Kaliber 4030 verwendet, als Werk für die Daytona Cosmograph, der wohl nach wie vor begehrtesten Uhr von Rolex.

Zenith EL PRIMERO Modelle  © On The Dash

Das Zenith-Kaliber 135 ist ein Meisterstück und zählt zu den feinsten und präzisesten Chronometerwerken für Armbanduhren. Die Manufaktur Zenith hat mit dem Chronometer-Kaliber 135 viele Preise am Observatoire deNeuchâtel erzielen können. Es ist eine aufwändige Konstruktion mit einem tiefer gelegten Ankerradlager und einem dezentralen Minutenrad, dadurch konnten Unruh und Federhaus vergrößert werden. Nur ca. elftausend solche Werke wurden zwischen 1948 und 1962 in Le Locle bei Zenith gebaut und Uhren mit Kaliber 135 sind heute seltene und begehrte Sammlerstücke.

Schon seit mehreren Jahrzehnten bekam Zenith immer wieder die begehrten Auszeichnungen von verschiedenen Sternwarten, auch vom berühmten „The King’s Observatory“ (früher Kew Teddington Observatory), wie diese Anzeige von 1929 oben belegt.